Kombination aus Bioenergie und Solarwärme macht Neuerkirch und Külz unabhängiger von Ölimporten

Eingestellt von: LaNEG e.V.

Agentur für Erneuerbare Energien zeichnet die beiden rheinland-pfälzischen Ortsgemeinden für ein interkommunales Nahwärmeprojekt als Energie-Kommunen des Monats aus    

Berlin, 30. Januar 2017Die derzeit größte Solarthermieanlage von Rheinland-Pfalz versorgt die beiden Ortsgemeinden Neuerkirch und Külz. Auf einer Fläche von zwei Handballfeldern nutzen Vakuumröhrenkollektoren Sonnenenergie zur Wärmeproduktion. Weiterhin erzeugen zwei Holzhackschnitzelkessel Wärme. Diese gelangt über ein sechs Kilometer langes Nahwärmenetz zu den Abnehmern. Für das interkommunale Wärmeprojekt zeichnet die Agentur für Erneuerbare Energien die beiden Ortsgemeinden Neuerkirch und Külz als Energie-Kommunen des Monats aus. „Das kommunale Wärmekonzept ist vorbildlich, weil die Kombination zweier regenerativer Wärmetechnologien zwei Ortschaften versorgen und es so gelingt, pro Jahr über 300.000 Liter Heizöl einzusparen“, erklärt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.  

Külz und Neuerkirch sind zwei von 31 eigenständigen Ortsgemeinden, die der Verbandsgemeinde Simmern/Hunsrück im Rhein-Hunsrück-Kreis angehören. In beiden Gemeinden werden seit September 2016 rund 140 Haushalte sowie die Dorfhalle über ein Nahwärmenetz mir regenerativer Wärme aus zwei Holzhackschnitzelkesseln und einer solarthermischen Anlage versorgt. „Der Einsatz der Solarwärme schont die lokalen Biomassepotentiale und ermöglicht, dass diese effektiv genutzt werden können“, sagt Volker Wichter, Ortsbürgermeister von Neuerkirch.  

Der Impuls für die Umstellung der Wärmeversorgung auf Erneuerbare Energien ging von den Bürgern der jeweiligen Ortsgemeinde aus. „Ziel der sehr regen Arbeitsgruppen in den beiden Orten war und ist es, die solidarische und lebendige Dorfgemeinschaft zu fördern“, sagt Bernd Ries, Ortsbürgermeister von Külz. „Der Nahwärmeverbund ist Bestandteil einer ganzheitlichen Philosophie.“ Es war Konsens in Külz und Neuerkirch, die Wärmeerzeugung überwiegend mit regenerativen Energieträgern zu gewährleisten und damit fossile Brennstoffe wie Erdöl und Flüssiggas zu ersetzen. Weil sich durch den Zusammenschluss der beiden Gemeinden der zu deckende Wärmebedarf vergrößerte, wurde die Kombination von Solarwärme und Holzenergie schließlich eine wirtschaftliche Option. Volker Wichter ist, genau wie Bernd Ries, sehr stolz auf das Nahwärmeprojekt: „In Neuerkirch werden aktuell lediglich noch fünf von 105 Häusern rein fossil beheizt. Die Klimaschutzziele des Bundes für den Wärmebereich für das Jahr 2050 sind in diesem historisch gewachsenen Ort, der durch alte Fachwerkhäuser geprägt wird, bereits heute erreicht. Dies zeigt, was machbar ist, wenn der Wille vorhanden ist.“  

Die Solarwärmeanlage erzeugt jährlich rund  650.000 Kilowattstunden Wärme und deckt damit rund 20 Prozent des gesamten jährlichen Wärmebedarfs der angeschlossenen Haushalte von rund 3.100 Megawattstunden. Im Sommer reicht die Solarenergie aus, um 100 Prozent des Wärmebedarfs zu decken.  

Die Errichtung und den Betrieb von Anlagen und Netz haben die Verbandsgemeindewerke Simmern, die Eigenbetriebe der Verbandsgemeinde Simmern/Hunsrück, übernommen. Für die Realisierung des Nahwärmeprojektes investierten sie rund fünf Millionen Euro, die vorwiegend als Auftragsvolumen für regionale Unternehmen verausgabt wurden. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Land Rheinland-Pfalz haben das Projekt finanziell gefördert.  

Ein ausführliches Online-Portrait zum Nahwärmeprojekt in Neuerkirch und Külz finden Sie auf www.kommunal-erneuerbar.de/de/energie-kommunen/energie-kommunen/neuerkirch-und-kuelz.html  

Welche Vorteile die Kombination von Wärme aus Solar- und Bioenergie hat, zeigt die neue AEE-Publikation „Solarenergie und Biomasse: Wenn die Sonne doppelt wärmt“. www.unendlich-viel-energie.de/mediathek/hintergrundpapiere/solarenergie-und-biomasse-wenn-die-sonne-doppelt-waermt  

Bioenergie-Nutzung ist Teil der Pressearbeit der Agentur für Erneuerbare Energien  

Die AEE leistet Überzeugungsarbeit für die Energiewende. Ihre Aufgabe ist es, über die Chancen und Vorteile einer nachhaltigen Energieversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien aufzuklären. Gefördert durch Mittel des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft informiert die AEE seit Mitte 2015 über die Rolle der Bioenergie im Wärmesektor. Bis 2018 wird die Agentur für Erneuerbare Energien weitere Informationsmaterialien veröffentlichen, um über die Nutzung von Bioenergie als heimische erneuerbare Wärmeenergiequelle zu informieren. Einen Überblick über die bisherigen Veröffentlichungen gibt http://www.waermewende.de/mediathek-und-infos.html .  

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